Claude MCP einrichten: Desktop, Web und Code
· DigifyNow
Claude bindet MCP-Server auf vier Wegen an. Entfernte Server tragen Sie in claude.ai oder Claude Desktop unter „Anpassen > Connectoren“ als benutzerdefinierten Connector mit Name und URL ein. Sie müssen aus dem Internet erreichbar sein. Lokale Server laufen auf Ihrem Rechner, entweder als .mcpb-Erweiterung oder als Eintrag unter „mcpServers“ in der claude_desktop_config.json. In Claude Code reicht der Befehl claude mcp add --transport http, gefolgt von Name und URL. claude mcp list zeigt, was verbunden ist.
Was Sie am Ende haben und was Sie dafür brauchen
Am Ende dieser Anleitung ruft Claude über das Model Context Protocol (MCP) Werkzeuge und Daten aus anderen Systemen auf, etwa aus einem Ticketsystem, einem Dateiordner oder einer Werbeplattform. MCP ist ein offenes Protokoll. Ein MCP-Server stellt Werkzeuge bereit, und Claude ist der Client, der sie nutzt. Wie ein solcher Server intern aufgebaut ist, lesen Sie in unserem Beitrag MCP Server: Aufbau, Beispiele und Grenzen. Hier geht es nur um das Anbinden. Alle Menünamen haben wir am 14.10.2026 gegen die Dokumentation von Anthropic geprüft.
- Ein Claude-Konto. Mit Free können Sie einen eigenen Connector anlegen, mit Pro und Max richten Sie Connectoren selbst ein, bei Team und Enterprise macht das die Verwaltung.
- Für lokale Server: Claude Desktop unter macOS oder Windows. Viele Server brauchen außerdem Node.js auf dem Rechner.
- Für Claude Code: eine installierte Claude-Code-Umgebung im Terminal.
- Die Adresse (URL) oder den Startbefehl des Servers, dazu die Zugangsdaten, falls der Server eine Anmeldung verlangt.
Für kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene IT gilt: Ein fertiger entfernter Server von einem Anbieter, den Sie kennen, ist in wenigen Minuten eingetragen. Ein lokaler Server per JSON-Datei kostet mehr Zeit, weil Node.js, Pfade und Updates auf jedem einzelnen Rechner gepflegt werden müssen. Bei fünf Arbeitsplätzen sind das fünf Installationen, die alle auseinanderlaufen können.

Claude MCP Server: Welcher der vier Wege passt?
Welcher Weg der richtige ist, hängt vor allem davon ab, wo der Server läuft. Läuft er im Internet, verbindet sich Claude aus der Cloud von Anthropic mit ihm. Ein Server, der nur in Ihrem Firmennetz erreichbar ist, funktioniert als Connector deshalb nicht. Läuft er lokal, startet Claude Desktop oder Claude Code ihn als Programm auf Ihrem Rechner.
| Weg | Wo der Server läuft | Wo Sie ihn eintragen | Passt für |
|---|---|---|---|
| 1. Benutzerdefinierter Connector | Im Internet, öffentlich erreichbar | claude.ai oder Claude Desktop, Anpassen > Connectoren | Fertige Dienste mit eigener Server-URL, Teams ohne Installation pro Rechner |
| 2. Desktop-Erweiterung (.mcpb) | Lokal auf dem Rechner | Claude Desktop, Settings > Extensions | Lokale Server, die als Paket angeboten werden |
| 3. JSON-Konfiguration | Lokal auf dem Rechner | claude_desktop_config.json | Lokale Server ohne Paket, eigene Server, Tests |
| 4. Claude Code | Lokal oder im Internet | Terminal, claude mcp add | Entwicklung, Projekte mit gemeinsamer .mcp.json |
Weg 1: Entfernten Server als Connector hinzufügen
Dieser Weg funktioniert in claude.ai im Browser genauso wie in Claude Desktop. Die Schritte stehen in der Anleitung von Anthropic zu benutzerdefinierten Connectoren mit Remote-MCP.
- Pro oder Max: Öffnen Sie „Anpassen > Connectoren“.
- Klicken Sie auf „+ Hinzufügen“ und dann auf „Benutzerdefinierten Connector hinzufügen“.
- Geben Sie einen Namen ein, den Sie im Chat wiedererkennen, und tragen Sie die vollständige Server-URL des Anbieters ein.
- Verlangt der Server eine Anmeldung, melden Sie sich im folgenden Fenster mit dem Konto an, dessen Daten Claude sehen soll.
- Team: Der Besitzer oder Hauptbesitzer legt den Connector unter „Organisationseinstellungen > Connectoren“ an. Bei Enterprise geht das auch über eine eigene Rolle mit Verwaltungszugriff auf Bibliotheken.
- Team und Enterprise: Danach klickt jedes Mitglied selbst auf „Verbinden“ und meldet sich mit seinem eigenen Konto an.
Wie das mit einem konkreten Anbieter aussieht, zeigt unsere Anleitung Meta Ads MCP in Claude und ChatGPT einrichten.

Weg 2: Lokalen Server als Desktop-Erweiterung installieren
Eine Desktop-Erweiterung ist ein lokaler MCP-Server, der als Paket mit der Endung .mcpb kommt. Claude Desktop installiert ihn samt Laufzeit, Sie müssen also keine Konfigurationsdatei bearbeiten. Die Menünamen geben wir so an, wie sie in der englischen Oberfläche heißen. Die deutschen Bezeichnungen sind in der Dokumentation nicht belegt und können abweichen.
- Öffnen Sie in Claude Desktop die Settings und dort den Bereich „Extensions“.
- Klicken Sie auf „Browse extensions“ und suchen Sie den gewünschten Server.
- Klicken Sie auf „Install“.
- Fragt die Erweiterung nach Einstellungen, etwa nach einem Ordner oder einem API-Schlüssel, tragen Sie diese im Dialog ein, bevor Sie die Erweiterung aktivieren.
Die Grenze: Eine Erweiterung läuft nur auf dem Rechner, auf dem Sie sie installiert haben. Wenn drei Kollegen denselben Server brauchen, installiert jeder ihn selbst.
Weg 3: Lokalen Server per JSON-Konfiguration einbinden
Für Server ohne Paket tragen Sie den Startbefehl von Hand ein. Ausführlicher beschreiben das die Protokoll-Dokumentation zum Verbinden lokaler Server und die Hilfe von Anthropic zu lokalen MCP-Servern in Claude Desktop. Auch hier sind die Menünamen englisch.
- Öffnen Sie in Claude Desktop die Settings, wählen Sie „Developer“ und klicken Sie auf „Edit Config“.
- Damit öffnet sich die Datei claude_desktop_config.json. Unter macOS liegt sie in ~/Library/Application Support/Claude/, unter Windows in %APPDATA%\Claude\.
- Legen Sie dort ein Objekt „mcpServers“ an. Darin bekommt jeder Server einen Namen und darunter „command“ (das Programm, zum Beispiel npx) und „args“ (eine Liste der Argumente, etwa Paketname und freigegebener Ordner).
- Prüfen Sie, ob Node.js installiert ist, wenn der Befehl npx oder node lautet.
- Speichern Sie die Datei.
- Beenden Sie Claude Desktop vollständig, nicht nur das Fenster, und starten Sie es neu.
Achten Sie unter Windows auf die Pfade: Ein Backslash muss in JSON doppelt geschrieben werden, also C:\\Users\\… statt C:\Users\…. Ein einzelner Backslash macht die ganze Datei ungültig.

Weg 4: MCP-Server in Claude Code mit claude mcp add
In Claude Code richten Sie Server im Terminal ein. Alle Optionen stehen in der MCP-Referenz von Claude Code.
- Entfernten Server hinzufügen: claude mcp add --transport http NAME URL, wobei Sie für NAME einen frei gewählten Namen wie „tickets“ und für URL die Server-Adresse des Anbieters einsetzen.
- Bereich wählen: Ohne Angabe gilt local, der Server ist dann nur für Sie und nur in diesem Projekt aktiv.
- Mit --scope project landet der Eintrag in der Datei .mcp.json im Projektordner. Diese Datei wird eingecheckt, alle im Team bekommen den Server.
- Mit --scope user steht der Server Ihnen in allen Projekten zur Verfügung.
- Starten Sie Claude Code und geben Sie /mcp ein. Dort sehen Sie den Status jedes Servers und starten bei Bedarf die Anmeldung.
- Einen Server entfernen Sie mit claude mcp remove NAME, also mit dem Namen, den Sie beim Hinzufügen vergeben haben.
So prüfen Sie, ob es funktioniert
In claude.ai und Claude Desktop erscheint ein funktionierender Connector in der Liste unter „Anpassen > Connectoren“. Lokale Server prüfen Sie in Claude Desktop über das Menü „Add files, connectors, and more /“, dann „Connectors“ und „Manage connectors“. Dort steht der Server mit dem Namen, den Sie in „mcpServers“ vergeben haben, und Sie können seine Werkzeuge einzeln ein- und ausschalten. Den eigentlichen Test machen Sie im Chat: Stellen Sie eine Frage, die nur mit dem Server zu beantworten ist. Vor dem Aufruf eines Werkzeugs fragt Claude normalerweise nach Ihrer Erlaubnis. Erscheint diese Abfrage mit dem Namen des Werkzeugs, steht die Verbindung.
claude mcp list: Server in Claude Code prüfen
Im Terminal zeigt claude mcp list alle Server, die für das aktuelle Projekt konfiguriert sind, zusammen mit ihrem Verbindungsstatus. Steht ein Server dort, ist aber nicht verbunden, öffnen Sie in Claude Code /mcp. Dort sehen Sie, ob nur die Anmeldung fehlt, und können sie direkt starten. Fehlt ein Server ganz in der Liste, haben Sie ihn wahrscheinlich in einem anderen Projektordner oder in einem anderen Bereich eingetragen.

Typische Fehler beim Einrichten von Claude MCP
| Was Sie sehen | Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| Der lokale Server taucht nach dem Speichern nicht auf | Claude Desktop läuft noch im Hintergrund (Menüleiste oder Infobereich) und hat die Datei nicht neu gelesen | Programm ganz beenden und neu starten |
| Kein einziger lokaler Server lädt | Syntaxfehler in der claude_desktop_config.json, etwa ein Komma nach dem letzten Eintrag oder ein einfacher Backslash | JSON prüfen, Fehlermeldung in den Logdateien mcp*.log nachlesen (unter macOS in ~/Library/Logs/Claude) |
| Im Log steht, dass npx oder node nicht gefunden wird | Node.js fehlt oder ist für Claude Desktop nicht im Suchpfad | Node.js installieren, Claude Desktop neu starten, notfalls den vollständigen Pfad als command eintragen |
| Der Connector lässt sich nicht verbinden | Der Server ist nur im Firmennetz oder über VPN erreichbar, Claude verbindet sich aber aus der Cloud von Anthropic | Server öffentlich erreichbar machen, mit Anmeldung, oder Weg 3 oder 4 lokal nutzen |
| Der Kollege sieht Ihren Server in Claude Code nicht | Der Server wurde im Standardbereich local angelegt | Mit --scope project neu anlegen, sofern er keine Zugangsdaten enthält |
| Der Server steht in der Liste, aber Werkzeugaufrufe schlagen fehl | Anmeldung abgelaufen oder nie abgeschlossen | /mcp öffnen und die Anmeldung erneut starten |
Grenzen und Sicherheit: Welchen Zugriff Sie freigeben
Ein MCP-Server handelt mit den Rechten des Kontos, mit dem Sie ihn verbinden. Darf dieses Konto Kunden löschen, kann ein Werkzeugaufruf das auch. Verbinden Sie deshalb möglichst ein Konto mit eingeschränkten Rechten und lesen Sie die Freigabeabfrage, bevor Sie zustimmen. Vertrauen Sie nur Servern, deren Herkunft Sie kennen. Ein lokaler Server läuft als Programm mit Ihren Benutzerrechten auf dem Rechner.
- Prompt Injection: Ruft ein Server fremde Inhalte ab, etwa Webseiten, E-Mails oder Tickets von Kunden, können darin versteckte Anweisungen an Claude stehen. Kombinieren Sie solche Server nicht ungeprüft mit Servern, die Daten schreiben oder versenden können.
- Zugangsdaten: Tokens und API-Schlüssel gehören nie in die .mcp.json und nie in ein Repository. Laut Dokumentation legen Sie Server mit Zugangsdaten im Bereich local an.
- Keine Abläufe ohne Mensch: MCP macht Werkzeuge verfügbar, ersetzt aber keinen geplanten, überwachten Prozess. Für Aufgaben, die jede Nacht ohne Aufsicht laufen sollen, ist ein Chat-Client die falsche Wahl.
- Kein Ersatz für Rechteverwaltung: Wer welche Daten sehen darf, regeln Sie im angebundenen System, nicht in Claude.
Wenn mehrere Mitarbeiter auf dieselben Systeme zugreifen sollen, lohnt es sich, das zentral zu planen statt Rechner für Rechner. Dazu gehört unser Angebot, einen unternehmensweiten KI-Assistenten mit angebundenen Systemen aufzubauen, inklusive Schulung der Mitarbeiter.

Häufige Fragen
Was ist MCP einfach erklärt?
MCP (Model Context Protocol) ist ein offener Standard, über den ein KI-Programm wie Claude Werkzeuge anderer Systeme aufruft. Man kann es mit einem einheitlichen Stecker vergleichen: Der Anbieter eines Systems baut einmal einen MCP-Server, und jeder MCP-fähige Client kann ihn nutzen, ohne dass für jede KI eine eigene Schnittstelle nötig wäre.
Wie hoch sind die Kosten für den MCP-Server?
Das Protokoll selbst ist offen und kostet nichts. Kosten entstehen durch den Claude-Tarif, durch eine eventuelle Lizenz für das angebundene System und bei eigenen Servern durch Entwicklung und Betrieb. Treiber sind die Zahl der Werkzeuge, die Schnittstellen, die Anmeldung und das Hosting. Eine belastbare Zahl gibt es erst, wenn der konkrete Umfang feststeht.
Was ist MD bei Claude?
Gemeint ist meist CLAUDE.md, eine Textdatei im Markdown-Format, die Claude Code beim Start eines Projekts liest. Darin stehen dauerhafte Anweisungen, etwa Befehle, Konventionen oder Hinweise zum Projekt. Mit MCP hat sie nichts zu tun: CLAUDE.md liefert Wissen, ein MCP-Server liefert Werkzeuge.
Kann ich Claude MCP mit dem kostenlosen Tarif nutzen?
Ja, aber eingeschränkt. Laut Hilfe von Anthropic (Stand Oktober 2026) können Free-Nutzer einen eigenen Connector anlegen. Lokale Server in Claude Desktop und in Claude Code richten Sie unabhängig davon über die Konfiguration ein. Wer mehrere entfernte Server braucht oder sie fürs Team zentral verwalten will, braucht Pro, Max, Team oder Enterprise.