Softwareentwicklung: So läuft ein Projekt ab
· DigifyNow
Bei DigifyNow läuft Softwareentwicklung in festen Schritten: Ein Workshop grenzt den Kernprozess ein, daraus entsteht ein schriftlicher Umfang mit prüfbaren Abnahmekriterien. Gebaut wird in Sprints von ein bis zwei Wochen. Nach jedem Sprint sehen Sie lauffähige Software auf einer Testumgebung. Ein MVP steht meist nach 4–8 Wochen, danach folgen Abnahme, Go-live und Wartung. Von Ihrer Seite braucht es einen Ansprechpartner, der entscheiden darf, und echte Beispieldaten.
Wie läuft Softwareentwicklung als Auftrag ab?
Bei DigifyNow folgt jedes Projekt derselben Grundstruktur, egal ob es um eine Web-App, eine mobile App oder ein internes Werkzeug geht. Die Phasen bauen aufeinander auf. Jede endet mit etwas, das Sie selbst prüfen können, und nicht nur mit einem Statusbericht.
- Einschätzung: ein kostenloses Gespräch, in dem wir klären, ob sich Individualsoftware überhaupt lohnt oder ob ein Standardwerkzeug reicht.
- Workshop: ein halber bis ganzer Tag mit den Leuten, die den Ablauf heute tatsächlich erledigen. Heraus kommen eine Prozessskizze und die Liste der Muss-Funktionen.
- Umfang und Abnahmekriterien: schriftlich festgehalten, pro Funktion ein prüfbarer Satz, etwa „Ein Angebot lässt sich als PDF exportieren“.
- Sprints von ein bis zwei Wochen, jeweils mit einer Demo auf der Testumgebung. Der Scrum Guide erlaubt Sprints von höchstens einem Monat. Wir bleiben bewusst darunter, damit Fehlentwicklungen früh auffallen.
- Abnahme und Go-live: Test gegen die vereinbarten Kriterien, Übernahme der Daten, Freischaltung für die Nutzer.
- Betrieb: Updates, Überwachung, Weiterentwicklung.
Ein MVP ist die kleinste Version, mit der echte Nutzer arbeiten können. Bei uns ist es meist nach 4–8 Wochen fertig. Was in diese Spanne hineinpasst und was nicht, steht im Beitrag MVP entwickeln lassen: Kosten und Dauer.

Was muss ich als Auftraggeber für die Softwareentwicklung vorbereiten?
Die meisten Verzögerungen entstehen bei Fragen, die nur der Auftraggeber beantworten kann, und nicht im Code. Diese fünf Dinge sollten bereitstehen, bevor der erste Sprint beginnt:
- Ein Ansprechpartner mit Entscheidungsbefugnis, der Rückfragen innerhalb von ein bis zwei Arbeitstagen beantwortet.
- Echte, anonymisierte Beispieldaten: Kundenlisten, Aufträge, Formulare, so wie sie heute aussehen, mit allen Unschönheiten.
- Zugänge zu den Systemen, die angebunden werden sollen, samt Dokumentation der Schnittstelle oder zumindest einem Beispiel-Export.
- Zwei bis drei spätere Nutzer, die bei den Sprint-Demos dabei sind.
- Konten auf Ihren Namen: Domain, Hosting und bei mobilen Apps die Entwicklerkonten bei Apple und Google.
Wenn wir für Tests oder den Betrieb mit personenbezogenen Daten Ihrer Kunden arbeiten, verlangt Art. 28 DSGVO einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung. Ob Ihr Aufbau insgesamt passt, beurteilen Sie bzw. Ihr Datenschutzbeauftragter. Das hängt davon ab, wie Sie die Software einsetzen, und nicht von der Software allein.
Werkvertrag oder Dienstvertrag: welcher Vertrag passt zur Softwareentwicklung?
Das BGB unterscheidet zwei Grundtypen. Beim Werkvertrag nach § 631 BGB schuldet der Entwickler einen Erfolg, also eine funktionierende Software mit vereinbarten Eigenschaften. Fällig wird die Vergütung mit der Abnahme nach § 640 BGB. Beim Dienstvertrag nach § 611 BGB wird die Tätigkeit geschuldet und nach Aufwand abgerechnet, ohne dass ein bestimmtes Ergebnis zugesagt ist.
Beide haben Schwächen. Ein Werkvertrag braucht einen vorab klar beschriebenen Umfang. Ändert sich der Umfang in jedem Sprint, wird jede Änderung zum Nachtrag. Ein reiner Dienstvertrag ist flexibel, legt das Risiko eines ausufernden Projekts aber beim Auftraggeber ab. In der Praxis verbreitet ist deshalb eine Mischung: ein klar umrissenes erstes Paket mit Abnahmekriterien und danach eine Weiterentwicklung nach Aufwand mit festem Rahmen pro Sprint.
Ein Detail, das viele übersehen: Nach § 640 Abs. 2 BGB gilt ein Werk als abgenommen, wenn der Auftraggeber eine angemessene Frist verstreichen lässt, ohne die Abnahme unter Angabe mindestens eines Mangels zu verweigern. Das ist keine Rechtsberatung. Welches Modell zu Ihrem Vorhaben passt, besprechen wir in der Einschätzung.

Woran scheitern Softwareprojekte im Mittelstand?
Gescheiterte Projekte haben selten technische Ursachen. Diese Muster sehen wir in der Projektpraxis immer wieder, jeweils mit der eigentlichen Ursache:
- Kein Entscheider im Projekt: Fragen bleiben tagelang liegen, Sprints laufen halb leer und das Team baut auf Annahmen.
- Die Wunschliste ersetzt den Kernprozess: Jede Abteilung bringt ihre Funktionen ein, keine davon ist zum Go-live fertig getestet.
- Testdaten statt echter Daten: Doppelte Kunden, leere Pflichtfelder oder Sonderzeichen in Namen tauchen erst im Livebetrieb auf.
- Unterschätzte Schnittstellen: Das Altsystem hat keine API, nur einen CSV-Export, oder die API begrenzt die Zahl der Anfragen pro Minute.
- Keine geplante Datenübernahme: Alte Datensätze passen nicht ins neue Datenmodell und werden am Ende von Hand nachgetragen.
- Nutzer sehen die Software erst zum Go-live: Abläufe, die auf dem Papier logisch wirkten, passen nicht zum echten Arbeitstag.
Fast alle diese Punkte lassen sich vor dem ersten Sprint erkennen. Deshalb fragen wir im Workshop gezielt nach Sonderfällen und Exporten, bevor ein Umfang festgeschrieben wird. Falls es eigentlich um Abläufe zwischen bestehenden Programmen geht, lohnt sich ein Blick auf das Thema Prozesse automatisieren im KMU. Oft genügt dort eine Verbindung per Webhook statt einer neuen Anwendung.
Was passiert nach dem Go-live mit der Software?
Software, die läuft, bleibt nicht von selbst lauffähig. Jede Anwendung hängt an Bibliotheken, Frameworks und Laufzeitumgebungen, die eigene Lebenszyklen haben. Ein Beispiel: LTS-Versionen von Node.js erhalten insgesamt 30 Monate Unterstützung, danach gibt es keine Sicherheitsupdates mehr. Wer zwei Jahre nichts aktualisiert, steht vor einem größeren Umbau statt vor vielen kleinen Updates.
Dazu kommen wiederkehrende Fristen. TLS-Zertifikate von Let's Encrypt laufen standardmäßig nach 90 Tagen ab und müssen automatisch erneuert werden. Apple und Google verlangen in regelmäßigen Abständen, dass Apps gegen neuere SDK-Versionen gebaut werden, sonst lassen sich keine Updates mehr einreichen. Datensicherungen planen wir nach der 3-2-1-Regel: drei Kopien auf zwei verschiedenen Medien, eine davon an einem anderen Standort.
Versionen kennzeichnen wir nach Semantic Versioning im Schema MAJOR.MINOR.PATCH. An der Nummer sehen Sie, ob ein Update nur Fehler behebt oder bestehende Abläufe verändert. Wie wir das dauerhaft übernehmen, beschreibt die Seite zur laufenden digitalen Betreuung.

Wann lohnt sich Softwareentwicklung nicht?
Individuelle Softwareentwicklung ist nicht die Antwort auf jedes Problem, und das sagen wir in der Einschätzung auch so. Sie lohnt sich typischerweise nicht, wenn der Ablauf bei Ihnen genauso läuft wie bei tausend anderen Betrieben, etwa Buchhaltung, Lohnabrechnung oder ein Standard-Onlineshop. Dafür gibt es ausgereifte Produkte, deren Hersteller Gesetzesänderungen laufend einpflegen. Diesen Aufwand würden Sie bei einer Eigenentwicklung selbst tragen.
Ebenfalls schwierig wird es, wenn der Prozess selbst noch nicht steht. Wer Software baut, um herauszufinden, wie man arbeiten möchte, schreibt die Anforderungen nach jedem Sprint neu. Und wenn niemand im Betrieb Zeit für Demos und Rückfragen hat, entsteht Software an den Nutzern vorbei.
Sinnvoll wird Eigenentwicklung dort, wo ein Ablauf Ihr Unterscheidungsmerkmal ist, wo mehrere Standardprogramme mit Excel-Listen zusammengeflickt werden oder wo Lizenzkosten pro Nutzer mit der Teamgröße steigen. Die Abwägung im Detail steht im Vergleich Individualsoftware vs. SaaS.
Agentur für Softwareentwicklung im Westerwald: worauf sollte ich achten?
DigifyNow ist eine GbR mit Sitz in Unnau im Westerwald, Grenzweg 9a. Das Team besteht aus Jesper Schmidt, Christian Schiebl und Miles Pandel, die den Code selbst schreiben. Wir arbeiten deutschlandweit, unser Schwerpunkt liegt aber im Westerwald, in Koblenz und im Siegerland. Für Betriebe aus der Region hat das einen praktischen Vorteil: Den Workshop können wir vor Ort machen, im Lager, in der Werkstatt oder im Büro. Dort sieht man, wie ein Ablauf wirklich läuft, und nicht nur, wie er beschrieben wird. Mehr zu unserem Einsatzgebiet Westerwald steht auf der zugehörigen Seite.
Unabhängig von der Region sollten Sie bei jeder Agentur drei Dinge prüfen. Erstens: Wer schreibt den Code, das eigene Team oder Subunternehmer? Zweitens: Laufen Domain, Hosting, App-Store-Konten und Code-Repository auf Ihren Namen? Drittens: Gibt es Referenzen, die Sie sich ansehen können? Bei uns sind das das individuelle Backoffice mit CRM für Mundo Marketing und unsere eigene Partyspiele-App Festino, die im App Store und im Play Store erhältlich ist.

Häufige Fragen
Wie lange dauert Softwareentwicklung für ein kleines Unternehmen?
Ein MVP, also die kleinste nutzbare Version mit dem Kernprozess, dauert bei DigifyNow meist 4–8 Wochen. Größere Systeme mit mehreren Schnittstellen und Datenübernahme brauchen mehrere Monate und werden in Sprints von ein bis zwei Wochen weiterentwickelt. Die Dauer hängt vor allem davon ab, wie viele Fremdsysteme angebunden werden müssen und wie schnell Rückfragen beantwortet werden.
Was ist der Unterschied zwischen Lastenheft und Pflichtenheft?
Nach DIN 69901-5 beschreibt das Lastenheft, was der Auftraggeber erwartet, also Anforderungen aus fachlicher Sicht. Das Pflichtenheft erstellt der Auftragnehmer. Es legt fest, wie diese Anforderungen technisch umgesetzt werden. Bei agiler Entwicklung ersetzt eine priorisierte Funktionsliste mit Abnahmekriterien pro Funktion oft das klassische Pflichtenheft.
Gehört mir der Quellcode meiner Software?
Software ist nach § 69a UrhG urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt zunächst beim Entwickler, Sie erhalten Nutzungsrechte. Welche das sind, ob exklusiv, zeitlich unbegrenzt und mit dem Recht zur Bearbeitung, muss im Vertrag stehen. Klären Sie außerdem, dass das Code-Repository auf Ihren Namen läuft oder regelmäßig an Sie übergeben wird.
Was ist der Unterschied zwischen Softwareentwicklung und Programmierung?
Programmierung ist das Schreiben von Code. Softwareentwicklung umfasst mehr: Anforderungsanalyse, Datenmodell, Programmierung, Tests, Abnahme, Datenübernahme, Betrieb und Wartung. In einem typischen Auftragsprojekt macht das reine Programmieren nur einen Teil der Arbeit aus. Workshop, Tests und Abstimmung mit den Nutzern nehmen einen erheblichen Teil der Zeit ein.