Website Relaunch Checkliste: Phasen und Fehler
· DigifyNow
Bei einem Website-Relaunch gehen Besucher und Anfragen vor allem dort verloren, wo alte Adressen ins Leere führen. Gehen Sie die Checkliste deshalb in dieser Reihenfolge durch: alle bestehenden URLs und Ausgangswerte sichern, jeder alten URL eine neue Ziel-URL mit dauerhafter Weiterleitung zuordnen, Formulare, Tracking und E-Mail-Einträge im DNS auf einer gesperrten Testumgebung prüfen, beim Go-live die Sperren entfernen und danach Fehlerseiten und Kennzahlen mit den Ausgangswerten vergleichen.
Was gehört auf eine Website-Relaunch-Checkliste?
Eine brauchbare Website-Relaunch-Checkliste beschreibt nicht das neue Design. Sie hält fest, was beim Wechsel von der alten auf die neue Seite erhalten bleiben muss: Adressen, die Google kennt und auf die andere Seiten verlinken, Formulare, über die Anfragen hereinkommen, E-Mail-Postfächer, die an derselben Domain hängen, und die Messwerte, an denen Sie später sehen, ob etwas kaputtgegangen ist. Wir von DigifyNow gliedern einen Relaunch in sechs Phasen. Jede davon hat ein greifbares Ergebnis, und zu jeder gehört ein Fehler, der in der Praxis immer wieder vorkommt.
| Phase | Ergebnis, das am Ende vorliegt | Typischer Fehler |
|---|---|---|
| 1. Bestandsaufnahme | Liste aller URLs, Ausgangswerte, vollständige Sicherung | Nur die Menüseiten erfasst, PDFs und Unterseiten aus Kampagnen fehlen |
| 2. Weiterleitungskonzept | Tabelle alte URL → neue URL | Alle alten Adressen pauschal auf die Startseite geleitet |
| 3. Umsetzung und Umzug | Inhalte, Formulare und Tracking auf der neuen Seite | Inhalte, die nach dem Export auf der alten Seite entstanden sind, gehen verloren |
| 4. Abnahme | Abgehakte Testliste auf der gesperrten Testumgebung | Testumgebung ist öffentlich erreichbar und wird indexiert |
| 5. Go-live | Umstellung von Domain und DNS, Sperren entfernt | MX-Einträge beim DNS-Wechsel vergessen, E-Mail fällt aus |
| 6. Prüffenster | Abgleich mit den Ausgangswerten, behobene Fehlerseiten | Weiterleitungen nach einigen Monaten wieder gelöscht |

Phase 1: Bestandsaufnahme vor dem Relaunch
Bevor jemand das erste Layout zeichnet, brauchen Sie ein vollständiges Bild der alten Seite. Vollständig heißt: nicht nur das, was im Menü steht. Ein Crawler wie Screaming Frog folgt allen internen Links und listet jede erreichbare Adresse auf. Seiten, auf die nichts mehr verlinkt, findet er aber nicht. Die holen Sie aus der Sitemap, dem Export des Content-Management-Systems und den Seitenberichten Ihres Analysewerkzeugs.
- URL-Liste erstellen: Seiten, Blogartikel, PDFs, Bilder mit eigenen Adressen und Landingpages aus alten Kampagnen.
- Ausgangswerte sichern: Besuche und Anfragen je Seite, Klicks und Suchbegriffe aus der Google Search Console, Anzahl der indexierten Seiten. Exportieren Sie diese Zahlen als Datei, denn die Ansichten im Werkzeug ändern sich nach dem Umzug.
- Seiten mit externen Links markieren: Diese Adressen brauchen auf jeden Fall eine passende Weiterleitung.
- Vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank anlegen und prüfen, ob sie sich wiederherstellen lässt.
- Redaktionsstopp festlegen: Ab einem bestimmten Datum entstehen keine neuen Inhalte mehr auf der alten Seite, sonst fehlen sie später.
Phase 2: Wie baut man die Weiterleitungen richtig auf?
Das Kernstück jeder Relaunch-Checkliste ist eine Tabelle mit zwei Spalten: alte URL, neue URL. Für jede Zeile richten Sie eine dauerhafte Weiterleitung ein, also den Statuscode, der dem Browser und der Suchmaschine sagt: Diese Seite ist endgültig umgezogen. Eine vorübergehende Weiterleitung sagt dagegen, dass die alte Adresse die eigentliche bleibt, und gehört nicht in einen Relaunch. Ziel ist immer die inhaltlich passende neue Seite. Leiten Sie eine große Zahl alter Adressen auf die Startseite um, findet der Besucher nicht, was er gesucht hat, und Google kann solche Weiterleitungen wie fehlende Seiten behandeln.
- Eins zu eins zuordnen, wo es eine Nachfolgeseite gibt. Wo es keine gibt, ist die nächstgelegene Kategorie besser als die Startseite.
- Inhalte, die wirklich wegfallen, bewusst als entfernt oder nicht gefunden ausliefern und nicht auf irgendeine andere Seite umbiegen.
- Ketten vermeiden: Alte Weiterleitungen aus früheren Relaunches direkt auf das neue Ziel zeigen lassen statt über mehrere Zwischenstationen.
- Varianten mitdenken: mit und ohne www, http und https, mit und ohne Schrägstrich am Ende, Groß- und Kleinschreibung.
- Die Tabelle als Testdatei aufheben. Mit ihr prüfen Sie am Go-live-Tag jede Zeile automatisch.
Ändert sich beim Relaunch zusätzlich das System, also etwa der Umstieg von einem alten Baukasten auf ein anderes CMS, kommen Inhalte, Nutzerkonten oder Shopdaten dazu. Wie Sie solche Bestände sauber übertragen und abgleichen, beschreibt der Artikel zur Datenmigration mit Strategien und Checkliste.

Phase 3: Inhalte, Formulare und Tracking umziehen
In dieser Phase entsteht die neue Seite. Für die Checkliste zählen dabei die Teile, die man auf einem Entwurf nicht sieht. Seitentitel und Meta-Beschreibungen der Seiten, die bisher Besucher gebracht haben, übernehmen Sie bewusst oder ersetzen sie begründet, aber Sie lassen sie nicht einfach leer. Überschriftenstruktur, Alternativtexte von Bildern und interne Links ziehen mit um.
Formulare sind die häufigste stille Fehlerquelle. Ein Formular kann auf der neuen Seite gut aussehen und trotzdem nichts zustellen, weil der neue Server E-Mails anders verschickt oder die Empfängeradresse noch auf eine Testadresse zeigt. Jedes Formular wird deshalb mit einer echten Anfrage bis zum Posteingang getestet. Dasselbe gilt für Schnittstellen, etwa wenn Anfragen direkt in ein CRM laufen. Tracking und Einwilligungsbanner werden neu eingebunden. Ob Datenschutzerklärung und Impressum zur neuen Technik passen, sollte jemand mit rechtlichem Auftrag prüfen, nicht der Entwickler nebenbei. Für Seiten, die gezielt Anfragen aus Anzeigen sammeln sollen, lohnt ein eigener Blick darauf, wie man eine Landingpage optimieren kann, damit Messpunkt und Formular passen.
Phase 4: Abnahme auf der Testumgebung
Die neue Seite läuft bis zum Go-live auf einer Testumgebung. Sperren Sie sie per Passwortschutz und nicht nur über die robots.txt oder einen noindex-Hinweis. Die robots.txt hält Suchmaschinen vom Crawlen ab, verhindert aber nicht, dass eine verlinkte Adresse im Index auftaucht. Ein noindex-Hinweis wiederum wird oft mit auf die Live-Seite kopiert. Dann verschwindet die neue Seite nach dem Start aus der Suche.
- Weiterleitungstabelle gegen die Testumgebung laufen lassen: Jede alte URL landet auf dem richtigen Ziel, als dauerhafte Weiterleitung und ohne Kette.
- Alle Formulare mit echter Anfrage testen, auch die Bestätigungsmail an den Absender.
- Mobile Darstellung auf echten Geräten prüfen, nicht nur im verkleinerten Browserfenster.
- Canonical-Angaben, Sitemap und interne Links auf absolute Adressen der Testumgebung durchsuchen. Die müssen beim Start auf die Live-Domain zeigen.
- Ladezeiten der wichtigsten Seiten messen und mit den Werten der alten Seite vergleichen.
- Abnahme schriftlich festhalten: Wer hat welchen Punkt wann geprüft.

Phase 5: Was am Go-live-Tag passiert
Am Tag der Umstellung wird die Domain auf die neue Seite gelegt. Ziehen dabei auch die DNS-Einträge zu einem neuen Anbieter um, prüfen Sie vorher die MX-Einträge. Sie bestimmen, wohin E-Mails für Ihre Domain zugestellt werden. Werden sie beim Umzug nicht übernommen, kommen keine Mails mehr an, und das fällt oft erst Stunden später auf. Dasselbe gilt für TXT-Einträge, die Ihr Mailanbieter für den Versand braucht. Setzen Sie die Gültigkeitsdauer (TTL) der betroffenen Einträge einige Tage vorher herunter. Dann greift eine Änderung schneller, und Sie können im Notfall schneller zurück.
- Passwortschutz und noindex entfernen, robots.txt der Live-Seite kontrollieren.
- Weiterleitungstabelle gegen die Live-Domain prüfen.
- Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen.
- Ein Testformular absenden und den Eingang bestätigen.
- Tracking prüfen: Kommen Seitenaufrufe und Anfragen im Analysewerkzeug an?
- Die alte Seite nicht löschen, sondern als Sicherung aufheben, bis das Prüffenster vorbei ist.
Phase 6: Prüffenster nach dem Go-live
Nach dem Start verarbeiten Suchmaschinen die neuen Adressen nach und nach. Schwankungen bei Rankings und Klicks in dieser Zeit sind normal. Entscheidend ist, ob sie sich wieder einpendeln. Vergleichen Sie dazu wöchentlich die Ausgangswerte aus der Bestandsaufnahme mit den aktuellen Zahlen, Seite für Seite. Fällt eine einzelne Seite deutlich ab, liegt die Ursache meist bei ihr selbst: falsche Weiterleitung, fehlender Inhalt oder ein geänderter Titel.
Werten Sie die Fehlerseiten aus. Der Bericht zur Seitenindexierung in der Search Console und die Server-Logs zeigen Adressen, die als nicht gefunden gemeldet werden. Jede davon, die externe Links oder Besuche hat, bekommt nachträglich eine Weiterleitung. Und löschen Sie die Weiterleitungen nicht nach ein paar Monaten, um das System aufzuräumen. Externe Links und Lesezeichen auf alte Adressen bleiben bestehen, und ohne Weiterleitung laufen sie ins Leere.

Wann ist ein Relaunch nicht die richtige Lösung?
Nicht jede unbefriedigende Website braucht einen Relaunch. Sind nur die Texte veraltet, reicht eine Überarbeitung der Inhalte im bestehenden System. Bringt eine einzelne Angebotsseite keine Anfragen, hilft es mehr, genau diese Seite umzubauen und zu testen, als die ganze Website neu zu bauen. Denn bei einem kompletten Relaunch lässt sich hinterher kaum noch sagen, welche Änderung welche Wirkung hatte. Ein Relaunch ist dann sinnvoll, wenn das System selbst das Problem ist: keine Sicherheitsupdates mehr, keine mobile Darstellung, oder jede Änderung braucht einen Entwickler. Wer schrittweise vorgehen kann, etwa erst den Blog und dann die Leistungsseiten umziehen, hält das Risiko pro Schritt kleiner.
Was treibt die Kosten eines Website-Relaunchs?
Einen Pauschalbetrag gibt es nicht, weil der Aufwand von wenigen Faktoren abhängt, die je Website sehr verschieden sind. Dazu gehört die Zahl der Seitentypen, also der unterschiedlichen Vorlagen, mehr als die Zahl der Seiten. Dazu kommt, ob Inhalte von Hand oder automatisiert übertragen werden, wie viele Adressen in die Weiterleitungstabelle müssen, welche Schnittstellen angebunden sind (CRM, Buchungssystem, Shop, Newsletter), ob es mehrere Sprachen gibt und wer danach Hosting, Updates und Sicherungen übernimmt. Eine belastbare Zahl entsteht erst, wenn diese Punkte aus der Bestandsaufnahme bekannt sind. Wer einen Dienstleister sucht, findet im Artikel darüber, wie man einen Webdesigner finden und vergleichen kann, Fragen fürs Erstgespräch.

Wann sich Unterstützung lohnt
Hilfe von außen lohnt sich vor allem, wenn die alte Seite viele Adressen mit Besuchern oder externen Links hat, wenn gleichzeitig das System gewechselt wird oder wenn Formulare und Schnittstellen direkt in Ihre Abläufe laufen. Für eine kleine Visitenkarten-Seite ohne nennenswerten Suchverkehr reicht die Checkliste oft allein. DigifyNow übernimmt Konzept, Umsetzung, Weiterleitungen und Betrieb, wenn Sie die neue Webseite erstellen lassen möchten. Bereithalten sollten Sie die Zugänge zu Domain, DNS, Hosting und Search Console, die Liste Ihrer wichtigsten Seiten und Ihre Ziele für die neue Seite. In der kostenlosen, unverbindlichen Einschätzung Ihres Vorhabens klären wir, welche Phasen bei Ihnen Aufwand machen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Die Dauer hängt weniger an der Gestaltung als an Bestandsaufnahme, Inhaltsübernahme und Abnahme. Eine kleine Seite mit wenigen Vorlagen ist deutlich schneller umgezogen als eine Seite mit vielen Adressen, mehreren Sprachen und Schnittstellen zum CRM. Planen Sie nach dem Go-live zusätzlich ein Prüffenster ein, in dem Sie Fehlerseiten und Kennzahlen wöchentlich mit den Ausgangswerten vergleichen.
Verliere ich bei einem Relaunch meine Google-Rankings?
Schwankungen nach dem Start sind normal, weil Google die neuen Adressen erst verarbeitet. Dauerhafte Verluste entstehen meist durch fehlende oder falsche Weiterleitungen, gelöschte Inhalte, geänderte Seitentitel oder einen vergessenen noindex-Hinweis. Eine vollständige Weiterleitungstabelle mit dauerhaften Weiterleitungen und der Abgleich mit gesicherten Ausgangswerten machen solche Fehler sichtbar. Eine Garantie für Positionen gibt es nicht.
Was ist der Unterschied zwischen dauerhafter und vorübergehender Weiterleitung?
Eine dauerhafte Weiterleitung sagt: Die Seite ist umgezogen, Suchmaschinen sollen künftig die neue Adresse verwenden. Eine vorübergehende Weiterleitung sagt: Die alte Adresse bleibt die eigentliche, nur gerade zeigt sie woanders hin. Bei einem Relaunch gehören umgezogene Seiten auf die dauerhafte Variante. Die vorübergehende passt etwa, wenn eine Seite wegen Wartung kurz auf eine andere zeigt.
Muss ich die alte Website nach dem Relaunch löschen?
Nein, nicht sofort. Behalten Sie eine vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank, bis das Prüffenster nach dem Go-live abgeschlossen ist. Fehlen danach Inhalte oder Bilder, holen Sie sie daraus zurück. Die Weiterleitungen von alten auf neue Adressen bleiben dagegen dauerhaft bestehen, weil externe Links und Lesezeichen weiter auf die alten URLs zeigen.