Webshop erstellen: Wege, Kostentreiber, Fehler
· DigifyNow
Für einen Webshop gibt es vier Wege: einen Baukasten, ein gehostetes Shopsystem, selbst betriebene Open-Source-Software oder eine Eigenentwicklung. Entscheidend ist, wer Server, Updates und Sicherheit übernimmt und wie Artikel, Zahlung, Versand und Warenwirtschaft zusammenspielen. Die meiste Arbeit steckt in den Produktdaten, der Freischaltung beim Zahlungsanbieter, den Versandregeln und den Rechtstexten, nicht im Design. Erstellen lassen lohnt sich bei Schnittstellen oder einer Datenmigration. Für ein kleines Sortiment reicht oft ein Baukasten.
Welche Wege gibt es, einen Webshop zu erstellen?
Wer heute einen Webshop erstellen will, entscheidet sich zuerst für ein Betriebsmodell und erst danach für ein Design. Das Betriebsmodell legt fest, wer den Server betreibt, wer Sicherheitsupdates einspielt und wie weit Sie Abläufe an Ihr Geschäft anpassen können. Die Tabelle stellt die vier üblichen Wege nach denselben Merkmalen gegenüber. Genauer auf einzelne Systeme gehen unser Shopsysteme-Vergleich nach Kriterien und Grenzen sowie der Artikel WooCommerce oder Shopify für KMU ein.
| Weg | Beispiele | Wer trägt Server und Updates | Passt für | Wo es aufhört |
|---|---|---|---|---|
| Website-Baukasten mit Shopfunktion | Wix, Jimdo, Shop-Angebote von Strato und IONOS | Der Anbieter | Kleines Sortiment, wenige Varianten, Shop als Ergänzung zur Website | Anpassungen sind nur im Rahmen der Baukasten-Optionen möglich. Anbindungen an die Warenwirtschaft sind oft begrenzt, und ein Umzug bedeutet Export und Neuaufbau |
| Gehostetes Shopsystem (SaaS) | Shopify | Der Anbieter | Shop als Hauptvertriebskanal, wachsendes Sortiment, Erweiterungen über einen App-Marktplatz | Sie bleiben an das Datenmodell und die Gebührenstruktur der Plattform gebunden. Sonderlogik läuft über Apps oder eigene Entwicklung |
| Open Source, selbst betrieben | WooCommerce (auf WordPress), Shopware | Sie oder Ihr Dienstleister | Viel Kontrolle über Code, Daten und Hosting | Updates, Backups, Sicherheit und die Kompatibilität der Plugins bleiben Ihre Aufgabe |
| Eigenentwicklung oder Headless-Frontend | Eigenes Frontend auf einem Shop-Backend, individuelle Bestelllogik | Je nach Aufbau geteilt | Besondere Bestellabläufe, Konfiguratoren, B2B-Preise oder eine starke Integration in bestehende Systeme | Längere Entwicklungszeit und laufende Wartung des eigenen Codes |
Zur Einordnung: DigifyNow ist offizielle Shopify-Partneragentur. Die Tabelle vergleicht Betriebsmodelle, keine Preise oder Tarife einzelner Anbieter. Welche Funktionen ein bestimmter Tarif enthält, steht verbindlich nur in der Dokumentation des jeweiligen Anbieters.

Eigene Webshop erstellen: die Schritte ohne Dienstleister
Wer den eigenen Webshop selbst erstellen will, durchläuft unabhängig vom System dieselben Schritte. Die meisten Verzögerungen entstehen bei den Schritten 1, 3 und 5, weil dort Daten oder Freigaben von außen fehlen.
- Produktdaten vorbereiten: Artikelnummer, Titel, Beschreibung, Preis, Steuersatz, Varianten (Größe, Farbe), Gewicht für den Versand und Bilder in einheitlichem Format. Am besten als Tabelle, die sich importieren lässt.
- System und Domain festlegen: Klären Sie, wem Domain und Shop-Konto gehören. Beides sollte auf Ihr Unternehmen laufen, nicht auf einen Dienstleister.
- Zahlungsanbieter einrichten: Zahlungsdienstleister prüfen Unternehmen vor der Freischaltung, zum Beispiel über Handelsregister, Ausweis des Geschäftsführers und Bankkonto. Diese Prüfung braucht Vorlauf.
- Versandregeln anlegen: Versandzonen, Tarife nach Gewicht oder Warenwert und Regeln für Sperrgut. Falsch angelegte Zonen zeigen ausländischen Kunden keine oder falsche Versandkosten an.
- Rechtstexte und Pflichtangaben einbinden: Impressum, Datenschutzerklärung, AGB, Widerrufsbelehrung und eine eindeutig beschriftete Bestellschaltfläche. Den Inhalt sollten Sie rechtlich prüfen lassen, denn eine Vorlage im Baukasten ersetzt diese Prüfung nicht.
- Steuern prüfen: Steuersätze je Produkt, beim Verkauf ins EU-Ausland die Regeln zur Umsatzsteuer im Bestimmungsland. Das klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.
- Testbestellungen durchspielen: jede Zahlungsart, jede Versandzone, eine Stornierung und eine Rückerstattung, bevor der Shop öffentlich wird.
Selbst erstellen funktioniert gut, solange der Shop allein steht. Es stößt an Grenzen, sobald Bestände automatisch aus einer Warenwirtschaft kommen oder Bestellungen in die Buchhaltung fließen sollen: Dann braucht es eine Schnittstelle mit Feldzuordnung und Fehlerbehandlung, und das ist Entwicklungsarbeit, keine Einstellung im Menü.
Kann man einen Webshop kostenlos erstellen?
Ja, aber „kostenlos“ meint fast immer nur einen Teil. Bei Open-Source-Software wie WooCommerce oder der Community-Version von Shopware zahlen Sie keine Lizenz für die Software selbst. Hosting, Domain, SSL-Zertifikat, kostenpflichtige Themes und Erweiterungen, Backups und die Arbeitszeit für Updates kommen trotzdem dazu. Bei Baukästen sind kostenlose Einstiegsstufen meist auf eine Subdomain des Anbieters, einen Hinweis auf den Anbieter oder einen eingeschränkten Funktionsumfang begrenzt. Was das genau heißt, steht in den Tarifbedingungen des jeweiligen Anbieters. Keine Variante ist frei von Transaktionskosten: Zahlungsanbieter berechnen Gebühren je Zahlung. Das Prinzip zeigt zum Beispiel die Dokumentation von Stripe. Für einen Test oder ein sehr kleines Sortiment taugt ein kostenloser Einstieg. Für einen Shop, der dauerhaft verkaufen soll, sollten Sie die laufenden Kosten von Anfang an mitrechnen.

Webshop erstellen: Kosten und was sie treibt
Was es kostet, einen Webshop zu erstellen, lässt sich ohne Ihr Sortiment und Ihre Systemlandschaft nicht seriös beziffern. Den Preis bestimmen vor allem diese Treiber:
- Umfang des Sortiments: Anzahl der Artikel und Varianten, Produktoptionen, Konfiguratoren, Staffel- oder Kundengruppenpreise.
- Schnittstellen: Anbindung an Warenwirtschaft, Buchhaltung, Versanddienstleister, Marktplätze oder ein CRM. Jede Schnittstelle braucht eine Zuordnung der Felder, Fehlerbehandlung und Tests.
- Daten: Übernahme aus einem alten Shop mit Kunden, Bestellungen und Weiterleitungen alter URLs, außerdem die Pflege von Bildern und Texten.
- Design: angepasstes Theme oder eigenes Frontend.
- Laufender Betrieb: Plattform- oder Hostinggebühren, App-Lizenzen, Gebühren je Transaktion, Wartung und Updates.
Eine verbindliche Zahl entsteht erst, wenn diese Punkte schriftlich beschrieben und geschätzt sind. Wie sich die laufenden Gebühren bei einem gehosteten System zusammensetzen, zeigt unser Artikel zu Shopify Kosten mit Plänen, Gebühren und Zusatzkosten. DigifyNow ist Shopify-Partner.
Webshop erstellen lassen: wann lohnt sich das?
Einen Webshop erstellen zu lassen, lohnt sich, wenn die Arbeit nicht im Shop selbst steckt, sondern drumherum. Das ist der Fall, wenn Bestände aus der Warenwirtschaft kommen, ein bestehender Shop mit Kundendaten umzieht oder Bestellungen automatisch in Buchhaltung und Versand landen sollen. Wer einen Webshop professionell erstellen lassen will, bekommt dafür eine Feldzuordnung zwischen den Systemen, eine Datenübernahme mit Probelauf und Weiterleitungen der alten URLs. Für einen Baukasten mit einigen Dutzend Artikeln brauchen Sie dagegen meist keinen Dienstleister: Die Zeit stecken Sie dann vor allem in Texte und Fotos, und die erledigt niemand besser als Sie selbst. Den Ablauf eines Shopwechsels mit Datenübernahme beschreibt unser Artikel zur Datenmigration.

Webshop erstellen: Agentur beauftragen – worauf achten?
Wenn Sie eine Agentur mit dem Webshop beauftragen, entscheiden fünf Fragen über Ihre spätere Unabhängigkeit. Eine Agentur, die sie nicht konkret beantwortet, verlagert das Risiko auf Sie.
- Eigentum: Laufen Domain, Shop-Konto und Konto beim Zahlungsanbieter auf Ihr Unternehmen? Die Agentur sollte über eigene Mitarbeiter- oder Partnerzugänge arbeiten, nicht über Ihr Hauptkonto.
- Code: Wird ein vorhandenes Theme angepasst oder eigener Code geschrieben? Bei eigenem Code klären Sie, wo er liegt, wem er gehört und wer ihn nach Updates des Shopsystems anpasst.
- Abnahme: Gibt es schriftliche Abnahmekriterien mit Testbestellungen je Zahlungsart und Versandzone, Storno und Rückerstattung?
- Übergabe: Kann Ihr Team Artikel, Preise und Inhalte nach der Übergabe selbst pflegen, und gibt es dafür eine Einweisung?
- Betrieb: Wer spielt Updates ein, wer reagiert bei einer ausgefallenen Schnittstelle, und ist das vertraglich geregelt oder nur mündlich zugesagt?
Typischer Fehler bei der Beauftragung: Das Angebot beschreibt Design und Seitenanzahl, aber keine Schnittstellen und keine Datenübernahme. Genau diese Punkte treiben später Aufwand und Nachträge.
Woran Webshop-Projekte typischerweise scheitern
- Produktdaten fehlen beim Start: Der Shop ist fertig, aber Bilder, Gewichte und Varianten liegen verstreut in Excel und E-Mails. Der Livegang verschiebt sich, bis die Daten gepflegt sind.
- Zahlungsanbieter nicht freigeschaltet: Ohne abgeschlossene Prüfung lassen sich keine echten Zahlungen annehmen. Den Antrag sollten Sie deshalb früh stellen.
- Weiterleitungen vergessen: Beim Umzug ändern sich die URLs. Ohne Weiterleitungen von alten auf neue Adressen laufen Links aus Suchmaschinen und Newslettern ins Leere.
- Zu viele Plugins oder Apps: Jede Erweiterung kann bei einem Update brechen und kostet unter Umständen laufende Gebühren. Bei selbst betriebenen Systemen gilt das besonders für große Versionssprünge.
- Doppelte Datenhaltung: Bestände werden im Shop und in der Warenwirtschaft getrennt gepflegt. Die Folge sind Überverkäufe von Artikeln, die nicht mehr da sind.
Wie stark diese Risiken je nach System ausfallen, vor allem beim Betrieb und bei Updates, vergleicht der Artikel Shopware vs Shopify. DigifyNow ist Shopify-Partner.

Wie DigifyNow Webshops umsetzt
DigifyNow ist offizielle Shopify-Partneragentur und baut Webshops auf Shopify. Dazu gehören die Einrichtung des Shops und die Anbindung an vorhandene Systeme wie Warenwirtschaft oder CRM. Wo Standard-Themes und Apps nicht reichen, entwickelt DigifyNow ein eigenes Frontend auf Shopify als Backend (Headless). Konten und Domain laufen dabei auf das Unternehmen des Kunden. Was die Onlineshop-Agentur DigifyNow konkret übernimmt, von der Einrichtung bis zum eigenen Frontend, steht auf der Leistungsseite. Reicht für Ihr Sortiment ein Baukasten, sagen wir das auch so.
Wann sich Unterstützung lohnt
Externe Hilfe lohnt sich, wenn der Shop an Warenwirtschaft, Buchhaltung oder Versand angebunden werden muss, wenn ein bestehender Shop samt Kundendaten und URLs umzieht oder wenn Ihr Bestellablauf nicht ins Standardschema passt. Halten Sie dafür bereit: eine Liste der Produkte mit Anzahl der Varianten, die Systeme, mit denen der Shop Daten austauschen soll, den gewünschten Zahlungs- und Versandmix und, falls vorhanden, den Zugang zum alten Shop. In einer kostenlosen, unverbindlichen Einschätzung Ihres Shop-Vorhabens prüft DigifyNow, welcher der vier Wege passt und welche Punkte den Aufwand treiben.

Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Webshop und Onlineshop?
Es gibt keinen. Beide Begriffe meinen eine Website, über die Kunden Produkte auswählen, bezahlen und bestellen. Technisch besteht jeder Webshop aus Produktkatalog, Warenkorb, Kasse mit Zahlungsanbindung und einer Verwaltung für Bestellungen. „Webshop“ ist eher im Mittelstand üblich, „Onlineshop“ verwenden häufiger die Anbieter von Baukästen und Hosting.
Reicht ein Baukasten für einen Webshop im Mittelstand?
Ein Baukasten reicht, wenn das Sortiment überschaubar ist, die Varianten einfach sind und Bestände nicht automatisch mit einer Warenwirtschaft abgeglichen werden müssen. Kommen Kundengruppenpreise, mehrere Lager oder Schnittstellen zu Buchhaltung und Versand dazu, ist ein Shopsystem mit offener Schnittstelle (API) meist die tragfähigere Basis. Dann lassen sich Daten automatisch statt per Hand übertragen.
Wie lange dauert es, einen Webshop zu erstellen?
Eine feste Dauer gibt es nicht. Sie hängt weniger vom System ab als von drei Punkten: wie vollständig die Produktdaten vorliegen, wie schnell der Zahlungsanbieter das Unternehmen prüft und wie viele Schnittstellen anzubinden sind. Ein Baukasten-Shop mit fertigen Daten geht deutlich schneller als ein Umzug mit Datenmigration und Anbindung an die Warenwirtschaft.